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Report Sgt. Sterling

1st Drillcamp – Styria
at Lt. Tanners Ranch / Oberaich
25. – 27. July 2008

 
Report of the Drillsergeant:

Name:          Sterling Max
Rank:           1st Sergeant
Unit:             2nd Regt.-Rifles S.C.V. (Moore´s Rifles)
Orders:        Recruiting Refreshments for the
                    Confederate States Army
                    Drilling the recruits to a state of usable soldiers;
Location:     Cav. Lt. Tanners Ranch – Oberaich / Styria
Period:        July, 25th till 27th, 1862

 

 

To the regimental HQ,
as ordered and desired by the CO Capt. Tobler Leonard;

 

Thursday, July 24th 1862
As the CO commands the vanguard, 1 Officer, 1 Sgt., 2 Pvt., arrived at
“Tanners Ranch”. There we met Lt. Tanner with his boy Pvt. Tanner Jessy.
We confiscated as much supply as we could get and build up our camp in the near surface of the ranch and waited for further instructions through the CO.

 

Friday, July 25th 1862
Throughout the day most of the expected soldiers and recruits arrived.
As ordered the NCO´s started with the drill to make some good soldiers out of that raw diamonds. We might have done well because during the night we had an alarm after our guard had a little engagement with some enemies skirmishing through the wood.
Within some minutes most of the company was ready for battle, but as the enemy saw us coming they escaped as fast as they had tried to attack us.
No further enemy contacts throughout the night.

 

Saturday, July 26th 1862
We continued drilling the new recruits; At noon the Lt. Col. visited the camp and he was very proud of what he saw. In the afternoon we made a special course for our new men and under the watchful eyes of our Lt. Col. the men did a great job.
In the evening there was a little barndance by the ranch and we and the men got the permission to participate. T´was big fun.


Sunday, July 27th 1862
We got new orders. We have to leave and move further to the north. It is said we are assigned to the ANV, but I don´t know if that´s true.

 

1st Sgt. Max "the Bulldog" Sterlings Drillcamp

 


Vorwort:

 
Werte KameradenInnen!

 
Dieses Drillcamp war sozusagen das “Baby” von unserem geschätzten Lt. Tanner, dem 1st Sergeant Wales Josey und mir.
Einige Ideen und Vorstellungen unseres Offizierskorps wurden ebenfalls eingebaut.
Es bestand schon seit längerer Zeit der Wunsch endlich wieder einmal eine Veranstaltung der CWRA in die Steiermark zu bringen.

 

Die geographische Lage sowie das anspruchsvolle Gelände der „Tanner Ranch“ boten sich geradezu für die Durchführung eines Drillcamps an.
Nach einigen schier endlosen Telefonaten und eines Lokalaugenscheins lief die Planung letztendlich auf Hochtouren.

 

Hier bot sich endlich einmal die Gelegenheit ein Camp zu veranstalten an dem wir uns wirklich auf die notwendige Ausbildung in den Bereichen Gewehrdrill (Manual of Arms) sowie ganz besonders auf die Feuerbefehle (Load + Firings) konzentrieren konnten.

 

Zielsetzungen der Veranstaltung:          Umgang miteinander / gegenüber Vorgesetzten

                                                                  Weiterbildung der NCO´s durch aktiven Dienst

                                                                  Einweisung der sogenannten „Schnupperer“

                                                                  Ausbildung an der Waffe (Gewehrgriffe)

                                                                  Ausbildung an der Waffe (Laden, Feuerbefehle)

                                                                  Bajonettausbildung (Grundlagen)

                                                                  Veranstalten eines Parcours zur Überprüfung

                                                                  des im Zuge der Ausbildung Erlernten.

 

Max Sterling, 1st Sgt. Co. A, 2nd Regt.-Rifles S.C.V.

 

 


Mit den eben erwähnten Zielsetzungen, Vorstellungen und einigen anderen mehr oder weniger nützlichen Dingen im Gepäck begab ich mich auf den Weg in ein anspruchvolles Wochenende:

 

Donnerstag, 24. Juli 2008;
Die Wettervorhersagen der letzten Tage verursachen bei mir ein eher unwohliges Gefühl in der Magengegend – schließlich hatten schon ein paar Leute wegen dem voraussichtlichen Schlechtwetter die Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt;
Die Sorge, dass das Camp im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser fällt wächst unaufhaltsam.
Pvt. Tombstone, der leider nicht teilnehmen kann, spielt für mich Taxi und bringt mich zur Ranch der Edlingers (Tanners) nach Oberaich. Auf halber Strecke von Deutschlandsberg kommend, machen wir bei ihm zu Hause in Gratkorn halt um Teile seiner Ausrüstung die er uns leihweise für die „Schnupperer“ zur Verfügung stellt aufzunehmen.

 

Im selben Ausmaß mit welchem sich der Himmel immer mehr schwarz färbt breitet sich das ungute Gefühl auch in meiner Magengrube immer weiter aus.
Selbst mehrere Zigaretten und ein schwarzer Kaffee richten dagegen wenig aus.
Hoffentlich hält das Wetter! Soviel Zeit und Planung, so viele endlose Telefonate für „nix“?
Wir fahren weiter Richtung Bruck / Oberaich, je näher wir kommen desto grimmiger scheint der Himmel zu werden; aber noch ist kein Regen zu sehen;
Ca. 19:45 Uhr – wir erreichen die Einfahrt zur „Tanner Ranch“; Captain Tobler, Pvt. Bear und Pvt. Mattes sind auch erst vor kurzer Zeit angekommen.
Nach Absprache mit Lt. Tanner bauen wir unsere Zelte auf. Pvt. Tombstone hilft mir noch schnell mein Zelt aufzubauen und verabschiedet sich wieder in die Zivilisation.
Nach erledigter Arbeit begeben wir uns alle gemeinsam den Weg hinauf zum Ranch-Haus.
Ulla – die Frau unseres Cav. Lt. Tanner – ist wieder einmal in ihrem Element. Jede Menge Stress für das ebenfalls geplante Sommerfest am Samstagabend, aber trotzdem noch dafür Zeit haben uns alle zu bemuttern.
Nach dem Abendessen erkläre ich allen Anwesenden die Ablaufplanung für das bevor-stehende Drillcamp. Der Captain widmet sich nebenbei seinem Munitionsbau.
Der Captain und ich verlassen das Ranchhaus als die beiden Letzten – es ist ca. 02:30 Uhr;
Nachtruhe;

 

 
Freitag, 25. Juli 2008;
05:23 Uhr
; Wie bei fast jedem Camp an dem ich bis jetzt teilnahm wache ich völlig ausgeschlafen und putzmunter zu einer völlig schwachsinnigen Uhrzeit auf;
Liegt wohl an der Unmenge an Sauerstoff die man so in einem Zelt (sofern man alleine liegt) bekommt. Ich wickle mich noch einmal in meine Decke und schlafe weiter;
05:41 Uhr; Es hilft nichts – ich muss aufstehen, die Natur verlangt ihr Recht;
Nachdem ich mein zukünftiges Revier der nächsten Tage dementsprechend markiert habe,
begebe ich mich zu dem „Offiziersbankerl“ und überblicke das Lager;
Da mir viel zu viel für diese frühen Morgenstunden durch den Kopf geht, überkommt mich das dringende Bedürfnis die anderen zu wecken, was mir bei Pvt. Bear mit Hilfe eines an der Nase kitzelnden und Decke wegziehenden Haselnusssteckens auch sofort gelingt.
Nach einem kurzen Gespräch mit ihm, wende ich mich unserem Captain und Pvt. Mattes zu.
Auch deren Schlaf hält meiner noch gut funktionierenden Stimme nicht lange stand.
Ca. 07:00 Uhr; Uneigennützig wie wir sind, wecken wir Ulla und Bernhard – dafür bekommen wir als Dankeschön einen „1A-Muntermacher-Frühstückskaffee“;
Ca. 09:00 Uhr; Die Vorbereitungen beginnen zu laufen;
Ich werfe mich in die historische Adjustierung und hoffe, dass wenigstens die Hälfte der angekündigten Leute erscheinen wird – mein Magen sagt noch immer „Nein“.
Pvt. Tanner Jessy (die Tochter des Lt.) übernimmt vorab schon einmal die „Registration“.
Captain und Pvt. Mattes erledigen noch ihren restlichen Munitionsbau.
Pvt. Bear erhält das Kommando über die Arbeitsgruppe; (Pvts. Rabenstein, Führer, Metzli)
Es gibt viel zu tun – eine Feuerstelle ist einzurichten, Latrinenbau, Feuerholz einzusammeln und eine Wasserstelle am nahegelegenen Bach einzurichten.
Langsam – sehr langsam, werden es mehr…. – noch bange ich, der Abend naht und mir fehlen noch weit über 20 angemeldete Teilnehmer;

 

Die Zelte mehren sich – also es schaut schon gut aus – zumindest wird es was Teilnehmeranzahl betrifft keine komplette Pleite.
Das Wetter hält, aber der Himmel ist zwischenzeitlich immer wieder kohlrabenschwarz.
Ich starte die Drillausbildung mit jedem bereits verfügbaren Mann (Frau).
Vorbereiten der neuen Rekruten für die Dressparade. – schließlich sollen sie die Grundlagen beherrschen.
1st Sergeant Wales und ich formen die Company; - sieht alles nicht so schlecht aus;

 

Dressparade:
Ich stehe in den Ranks auf meiner 1st Sergeant Position; Wales macht Dienst als Trommler;
Die Dressparade beginnt – der Adjudant geht seiner Arbeit nach und spult sein Programm ab – ich glaube ich spinne – es beginnt zu regnen; NA BRAVO!

 

Der Captain begrüßt alle Teilnehmer und hält seine Ansprache – ich höre ihm gar nicht zu, haben wir das doch alles bereits am DO Abend besprochen.
Meine Blicke wandern über „meine Jungs“, weiter über die Offiziere die sich ebenfalls keinen Milimeter rühren obwohl der Regen immer dichter wird. Kein Murren und Gestänker ist aus der Einteilung zu hören – der Regen lässt auch schon nach.

 

Der Captain holt mich nach vorne – ich darf der Mannschaft die grundlegenden Verhaltensregeln für diese Veranstaltung erklären. Ich weiß um was es geht, aber ich habe wie immer keine Rede vorbereitet; Rede halt einfach einmal los – keine Ahnung was genau ich ihnen alles gesagt habe – aber sie haben es anscheinend kapiert – zumindest lassen die nächsten Tage darauf schließen;
Die grundlegendsten Punkte wie z.B. der respektvolle Umgang miteinander (egal ob von unten nach oben oder von oben nach unten), keine Filterzigaretten außerhalb der Zelte oder dem dafür vorgesehenen Raucherplatz, Wahrung der Authentizität im Lagerbereich (Plastik etc.), Alkohol erst nach Dienstende, funktionieren auch über das ganze Wochenende hinweg Großteils ganz gut.

 

Der Regen hat inzwischen aufgehört, der Captain übergibt den Oberbefehl an 1st Lt. Wolf da er wegen eines dringenden Auftrages nach Richmond verlegt wurde;

 

Die Dressparade ist zu Ende – Beginn der offiziellen Ausbildung:
Wir drillen solange es irgendwie möglich ist; Heute steht rein nur das „Manual of Arms“ auf dem Programm;
Ich lasse unsere Cpls. Repp und Wolf sowie Sgt. Fairbanks an ihre Squads ran und sie müssen die Ausbildung übernehmen.
Sgt. Wales und ich behalten alles im Auge, bessern aus und korrigieren wo es nötig ist;

 

Pvt. Tobler Joseph erscheint (der „Bruder“ des Captains“) und meldet sich bei mir von seinem Lazarettaufenthalt zurück. – er gleicht seinem Bruder zumindest rein optisch wirklich fast wie ein Ei dem Anderen. (Anmerkung: ist ja auch ein und dieselbe Person!)

 

Es läuft gut – ich bin mehr als zufrieden mit der Anzahl der Teilnehmer sowie dem Verhalten aller Anwesenden.
Sgt. Wales und ich marschieren nach längerem Drill mit der Truppe zum Ranchhaus um dort die von Ulla bereitgestellte KV (Kaltverpflegung) auszufassen.
Da wir zu früh dort sind übergebe ich die Truppe an Sgt. Wales – meine Stimme lässt mich schon teilweise im Stich. Nach erfolgtem Ausfassen lasse ich Sgt. Wales mit der Truppe wieder in das Lager marschieren und die Mannschaft abtreten.
Dienstende für die Truppe, die eingeteilte Guard muss halt abgeleistet werden – ich selber muss noch zum CO Lt. Wolf den weiteren Ablauf für den morgigen Tag besprechen.

 

Nach dem Meeting mit dem CO und dem Adjudant versorge ich erst einmal meine Rifle;
Im Anschluss daran ziehe ich mich auf das Offiziersbankerl zurück und rauche genüsslich einige unauthentische Filterzigaretten außerhalb des Lagerbereichs;
Ein großer Stein beginnt sich gerade von meinem Herzen zu lösen – liegt nicht am Nikotion, sondern an dem wunderschönen Anblick der sich mir bietet.

 

18 Zelte bilden das „Drillcamp“ der CWRA – teilweise schon im Dunkel der Nacht, teilweise von Laternen beleuchtet. Ich bin heilfroh das alles so gut läuft.

 

Es ist kurz vor 24:00 Uhr, ich bin im Lager und rede mit Sgt. Wales als der Obd. Lt. Tanner uns zur Seite nimmt und meint er hätte gerne einen Alarm.
Gesagt getan – Sgt. Wales schnappt sich seine Trommel und schon schreien wir was das Zeug hält: „To arms! To arms! The enemy is near!
Innerhalb von knappen 2 Minuten ist ein Großteil der Mannschaft auf den Beinen – ich lasse Cpl. Wolf mit den ersten 4 Mann im „Double Quick“ Richtung Brücke zur dortigen Wache als „Vorab-Eingreiftruppe“ abmarschieren.
Keine halbe Minute später schnappe ich mir den Rest der angetretenen Mannschaft und eile hinterher. Die zu spät Kommenden werden von Sgt. Wales sofort zur Bedeckung des Lagers eingeteilt.

 

Resümee: Kurz nach dem Erschallen des Alarmrufes stehen 13 Mann in wehrfähiger Ausrüstung auf der Brücke – eine ausgezeichnete Leistung!
Wir lassen wieder abrücken.
Ca. 01:30 Uhr - Nachtruhe

 

Samstag, 26. Juli 2008;
Ca. 05:30 Uhr
; Ich stehe auf und adjustiere mich; Um 06:00 Uhr ist „Roll Call“ angesagt, ich muss wie immer rechtzeitig aus den Federn. Die Guard Pvt. Rabenstein begrüßt mich mit so lautem Organ, dass ich schon Angst habe ich brauche gar keinen „Roll Call“ mehr zu geben, da sowieso spätestens jetzt alle aufgewacht sind.

 

Ein starker, heißer Kaffee, der Dank der Aufmerksamkeit unserer Guard (Feuer am Leben erhalten, stets Kanne mit heißem Wasser) auch schnell gemacht ist, vertreibt auch den letzten vorhandenen Rest an Müdigkeit.
Gott sei Dank hält das Wetter! Es ist zwar bewölkt aber kein Regen in Sicht.
05:55 Uhr; Sgt. Wales startet sein obligatorisches Trommelsolo und schon starten wir Sergeants mit lautstarker Stimme durch das Lager;
06:00 Uhr; Die Truppe steht fast vollständig angetreten; Zwei, drei Nachzügler krabbeln noch aus den Zelten. Ich führe die Anwesenheitskontrolle durch und lasse anschließend zum Frühstück abtreten.
Ca. 07:30 Uhr - Dressparade
Im Anschluss wiederholen wir Elemente der gestrigen Drillausbildung; Nach erfolgter Überprüfung schicke ich die Mannschaft in das Lager – Vorbereitung zur „Tent Inspection“.

 

Die „Tent Inspection“ verläuft sehr gut; Bis auf das Zelt unseres Adjudants (den wir ja leider nicht kontrollieren dürfen) finden Lt. Tanner und ich nur vereinzelt Kleinigkeiten die nicht dem gewünschten Standard entsprechen.
Weiter mit Drillausbildung. Ich teile die Mannschaft wieder auf die beiden Corporals und den Sergeant auf und lasse sie „Load in nine times“ üben.
Nach einer kurzen Pause lasse ich wieder antreten und wir beginnen mit den „Firings“.
Wir üben Feuern im Kompanierahmen – by company, by rank, by file.
Die Sonne kommt raus – es wird wieder einmal richtig angenehm in unseren Uniformen.
So manchem – mich eingeschlossen – stehen die Schweißperlen richtig dick auf der Stirn.
Kein Grund jetzt schon Marscherleichterung zu befehlen – wir haben noch genug Reserven.

 

Ich übergebe die Company Sgt. Fairbanks und lasse ihn mit der Mannschaft marschieren.
Außerdem gebe ich ihm die Order die Wheelings zu üben.
Nach einiger Zeit Drill marschiert Sgt. Fairbanks mit der Truppe zum Ranchhaus, wo er die Truppe im Schatten des Hauses kurz rasten lässt.

 

Sgt. Wales und ich beobachten das vom Camp aus und gehen ebenfalls rauf. Wir kommen beim Haus an und stellen Sgt. Fairbanks zur Rede – es war von uns keine Pause befohlen – schließlich sind es nur noch knapp 20-25 Minuten bis zur Mittagspause.
Angesicht der Tatsache, dass einige Kameraden schon leichte Anzeichen von Erschöpfung zeigen, belobigt Lt. Tanner Sgt. Fairbanks für seine umsichtige Erhaltung der Kampfkraft der Truppe, doch schon 2 Minuten später holt er Sgt. Wales und mich zur Seite und weist uns darauf hin, dass Sgt. Fairbanks für eine Bestrafung unter Arrest zu stellen ist.
Er hat vergessen bei den abgelegten Rifles eine Wache zurückzulassen.
Der Lt. „sichert“ die Rifle von Sgt. Fairbanks und wartet bis dieser wieder antreten lasst.

 

Nachdem die Truppe steht und Sgt. Fairbanks sein Gewehr nicht mehr findet (er reagiert aber sofort und bezichtigt Lt. Tanner des „Diebstahls“), stellen Sgt. Wales und ich auf Order des Lt. Tanner Sgt. Fairbanks unter Arrest.
Die Strafe lautet „Fass stehen“ in „present arms“; Ich verlege die Truppe auf Höhe der Strafaktion – schließlich soll die Mannschaft ruhig sehen, dass auch wir NCO´s nicht davor gefeit sind bestraft zu werden.
Wir marschieren nach dieser Aktion wieder alle in das Lager – Mittagspause;

 

In der Mittagspause erhalten wir überraschen Besuch von unserem Lt. Col. Tantel;
Das Offizierskorps rennt im Kreis und führt ihn durch das Lager. Der Lt. Col. lasst es sich auch nicht nehmen zum „Offiziersbankerl“ zu kommen wo er sich mit Lt. Preinfalk und uns Sergeants ebenfalls kurz unterhält!
Der Lt. Col. wünscht eine „Tent Inspection“ – ich laufe runter in das Lager und gebe das nötige Kommando. Innerhalb von ein paar Minuten ist die Mannschaft bereit.

 

Wieder begleitet vom Offizierskorps beginnt der Lt. Col. seine Inspektionsrunde – wir haben gut gearbeitet, er findet den Ist-Zustand als zufrieden stellend und ist voll des Lobes für die Officers und Sergeants.

 

Die mit 13:00 Uhr geplante Bajonettausbildung kommt durch diesen Besuch etwas in Verzögerung; Der Captain ist inzwischen wieder eingetroffen – dafür ist sein Bruder auf einmal spurlos verschwunden. Der wurde allerdings laut Captain auf eine besondere Mission irgendwo in den tiefen Norden geschickt.
Um nicht vollständig alleine die Bajonettausbildung durchführen zu müssen, bildet der Captain Sgt. Fairbanks und mich im Vorfeld aus. In der Zwischenzeit übernimmt Sgt. Wales die Company und drillt weiter.
Sgt. Fairbanks kann leider nicht bei der Bajonettausbildung mithelfen, da er gemeinsam mit Sgt. Wallace die „Überraschungspakete“ entlang des von mir geplanten „Parcours“ einzubauen hat.

 

Spät aber doch beginnt der Captain nun mit der Ausbildung.
Unterstützung findet er neben Lt. Wolf auch bei Lt. Preinfalk die beide in diesem Bereich Erfahrung haben.
Ich stehe Anfangs hinter der „Rear Rank“ und überwache die richtige Ausführung der Kommandos. Von diesem leicht erhöhten Standpunkt aus sieht es einfach nur toll aus.
Über 20 Mann, weit auseinander gestaffelt beim Bajonettdrill – dieser Anblick kann was!

 

Nachdem unser Captain anscheinend leichte Probleme mit rechts und links hat muss ich zu ihm nach vorne, damit auch die linke Companyhälfte ein „Anschauungsobjekt“ hat an dem sie sich orientieren kann.

 

Ich bin nur noch mit 10% bei der Sache – die Bewegungsabläufe der Kommandos gehen automatisch – ich denke nur noch an den bevorstehenden Parcours – wie wird die Mannschaft auf ihn reagieren, ist er zu leicht, ist er zu schwer, habe ich auch Punkto Sicherheit an alles gedacht…..

 

Der Captain zieht mich ab – während die anderen Officers mit dem Bajonettdrill weiter-machen, gehen wir und Sgt. Wallace den Parcours durch. Wir besprechen die einzelnen Funktionen der Officers bzw. die angedachten Aufgaben für Sgt. Wales und mich.
Lt. Wolf wird gemeinsam mit Sgt. Wallace die Zeitnahme durchführen.
Lt. Seibert steht am Start und gibt dem Lt. Wolf durch den Ruf „Ready“ das Zeichen, dass die Teilnehmer startklar sind.
Der Start erfolgt wenn Lt. Wolf einen Schuss abfeuert.
Der Captain überprüft die richtige Vorgangsweise bei den drei aufgebauten Bajonett-hindernissen;
Lt. Tanner sorgt (wie alle anderen anwesenden Dienstgrade) dafür, dass die Teilnehmer dementsprechend „motiviert“ werden bzw. nach erfolgtem Durchgang den „Kamerad Pinocchio“ wieder in die Ausgangsposition bringen.
Sgt. Fairbanks sorgt mit seinen Sprengladungen für die nötige Rahmenatmosphäre.
Sgt. Wales und ich laufen mit je einem Teilnehmer (es laufen immer 2 gegeneinander) vom Start bis zum Ziel mit und kommandieren wo es nötig ist bzw. „unterstützen“ wo Bedarf ist.

 

Während wir (Captain und ich) wie gesagt den Parcours durchgehen lässt Sgt. Wales in der Zwischenzeit die Truppe den Drillplatz von den abgeschossenen Papierresten und Zündhütchen reinigen.

 

Es ist soweit – ein Großteil der Gäste des alljährlichen Sommerfestes bei den Edlingers hat sich am Weg auf Höhe des Parcours versammelt. Auch unser geschätzter Lt. Col. ist mit weiblicher Begleitung anwesend.
Wie sagt man so schön – mir liegt der Arsch auf Grundeis – hoffentlich klappt alles!

 

Ich gehe mit der Truppe den gesamten Parcours einmal durch – oben angekommen sehen mich mehrere Augenpaare mit einem sehr fragenden Ausdruck an. Na bravo – kann ja nicht so kompliziert sein, denke ich mir.

 

Wir starten; Acht mal laufen Sgt. Wales und ich den Hügel rauf und wieder runter – zu meinem eigenen Erstaunen geht es mir dabei erstaunlich gut – interessant was das körpereigene Wundermittel Adrenalin alles zustande bringt.
Jeder einzelne Teilnehmer gibt sein Bestes – es läuft besser ab als ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht gewagt hätte vorzustellen.

 

Vorerst einmal ist für mich das Drillcamp gelaufen – der Parcours ist zu Ende, der Drill hat wunderbar geklappt, meine Stimme ist hinüber – ich klinge wie ein Reibeisen, aber egal…
Die Anspannungen der letzten Tage lassen aus – ich bin nur noch froh.
Mit dem Ende des Parcours will ich nur noch jede Verantwortung übergeben – von mir aus sollen die Officers jetzt planen was sie wollen.

 

Wir sind wieder alle im Lager angelangt und ich muss zu einer kurzen Besprechung mit dem CO Capt. Tobler; Wir besprechen die weitere Vorgehensweise – Lt. Wolf ist inzwischen ObD. und teilt die Guardlist ein; nebenbei schreibt er schon die Passierscheine für die Mannschaft.
Ausgangserlaubnis bis maximal 01:00 Uhr – danach ist Nachtruhe einzuhalten.
Nachdem alles besprochen ist, gebe ich die Infos an meine NCO´s weiter und wir lassen zur Dressparade antreten.

 

Bei der Dressparade spielt der Captain die Leistung der Mannschaft beim Parcours mit Absicht herunter. Sie sollen nicht zu eingebildet werden,…..
Die Mannschaft darf im Anschluss (sofern es der Dienst erlaubt) am Fest teilnehmen und bekommt dort außerdem noch ein Gratisessen.

 

Nach der Dressparade steht das Gro der Mannschaft in „Single Line“ vor dem HQ um sich vom ObD. einen Passierschein geben zu lassen. Einige wenige wie Sgt. Fairbanks und ich ziehen vorerst einmal die Ruhe vor. Wir begeben uns auf das inzwischen allseits beliebte „Offiziersbankerl“ und genießen die Aussicht auf das Camp sowie den Konsum einiger Filterzigaretten.

 

Schließlich gehen auch wir, begleitet von Pvt. Rabenstein zum Fest hinauf. Die Tanzgruppe unseres Vereines bildet ebenfalls einen Teil des Rahmenprogramms und führt einige Tänze vor. Irgendwann (ich glaube vor 22:00 Uhr) beginnt es einmal mehr und einmal weniger zu regnen. Vor 23:00 Uhr begebe ich mich wieder in das Lager. Ich kontrolliere die Guard und versuche anschließend mit einer halben Dose WD40 dem nassen Lagerfeuer etwas unter die Arme zu greifen. Funktioniert auch kurzfristig sehr gut.

 

Nach einem längeren Gespräch mit der Guard gehe ich schlafen.
Ca. 00:50 Uhr Nachtruhe

 

 

Sonntag, 27. Juli 2008;
06:18 Uhr
ich stehe auf; Sgt. Fairbanks hat noch Guard und gibt mir einen ausführlichen Bericht. Ich brauche erst einmal meinen morgendlichen Kaffee um wieder auf die Reihe zu kommen. Zumindest hat der Regen aufgehört, leider ist dafür der Boden verdammt rutschig.
Anschließend wecke ich Sgt. Wales damit er den „Roll Call“ trommeln kann.
06:55 Uhr „Roll Call“ - Das Schreien und Rufen überlasse ich diesmal Sgt. Fairbanks – seine Stimme ist noch vorhanden, was man von meiner nicht wirklich sagen kann.

 

Die Dressparade ist mit 08:00 Uhr angesetzt – während ich darauf warte und genüsslich meinen Kaffee schlürfe steht plötzlich Pvt. Rabenstein vor mir und fragt ob ich mit ihm und Pvt. Führer noch etwas drillen würde – sei ja genug Zeit bis zu Dressparade.
Diese Zouaven! – Ich warte ja schon gespannt auf die erste Schlacht gegen sie;

 

Natürlich mach ich es…. auch wenn die Stimmbänder nur noch kratzen und mir schon nichts mehr einfällt, aber wie oft hat man schon die Gelegenheit Freiwillige zu drillen?
Gott sei Dank erinnere ich mich noch an einige Kommandos vom gestrigen Bajonettdrill!
Wir müssen abbrechen – ich muss die Company antreten lassen – die Dressparde beginnt.

 

Dressparade:
Mit dieser Dressparade endet das 1ste Drillcamp Styria und es folgt die Übergabe der Urkunden und Preise für die ersten 5 des Parcours.

 

Der Captain und nach ihm Lt. Tanner als Hausherr halten ihre Abschlussreden;
Beide sind voll des Lobes für die Veranstaltung und Teilnehmer. Ich hatte geplant am Sonntag ebenfalls eine feurige Abschlussrede hinzulegen, aber ehrlich gesagt meine Stimmbänder sind sowieso kurz davor zu versagen. Also warte ich bis die Dressparade zu Ende ist, lasse für unseren Captain und die Officers noch ein 3faches „Hipp-Hipp-Hurrah“ ertönen und bedanke mich mit ein paar kurzen Worten bei der Mannschaft. Sie wissen sowieso, dass ich stolz auf sie bin – sind ja auch meine Jungs…

 

Resümee:
Ohne jetzt voreingenommen klingen zu wollen – es war einfach eine sehr gut gelungene Veranstaltung; Da und dort gab es noch ein paar kleine Fehler – sowohl von der Mannschaft als auch von den Dienstgraden bzw. in der Ablauforganisation.
Nichts was jedoch erwähnenswert wäre!

 

Die Mannschaft war einfach 1-A; Sehr diszipliniert, sehr aufnahmefähig und vor allem sehr motiviert; Ein ganz großes Lob allen „Rookies“ die zum ersten Mal an so einer Veranstaltung teilnahmen; Auch hier – großes Interesse und Teilnahmebereitschaft.

 

Wichtig für alle weiteren Veranstaltungen ist es jetzt diesen Standard zu halten und bei jeder sich bietenden Gelegenheit auszubauen.

 

In diesem Sinne ein großes Danke für Eure Teilnahme!
Jeder Einzelne von Euch hat dieses Event zu dem gemacht was es war –
Einfach ein tolles Camp!

 

Markus Stimpfl
aka.
Max Sterling, 1st Sgt. Co. A, 2nd Regt.-Rifles S.C.V.
Commander Squad Styria – CWRA
Civil War Reenactors Austria

www.wcc.at Clinch Rifles